Die Hugenotten

Frankreich in Deutschland! Über die Hugenotten, diese calvinistischen Glaubensflüchtlinge französischer Herkunft, die ab 1685 auch in die Nähe unserer Region (nach Nordhessen) kamen, über ihre Bedeutung und ihre Integration wird hier eines Tages mehr zu erfahren sein.
Eine spannende Geschichte, nicht nur über eine Familie mit dem Namen "Louis"! Doch zunächst dieses Zitat aus Microsoft Encarta 2000, Stichwort "Nantes, Edikt von":

Das Edikt von Nantes beendeten die Hugenottenkriege, die von 1562 bis 1598 in Frankreich gewütet hatten. Im Verlauf dieser Kriege waren diverse Edikte zugunsten der Hugenotten erlassen, aber immer wieder aufgehoben worden. Das Edikt von Nantes fasste alle die Religion betreffenden Bestimmungen dieser Erlasse zusammen und fügte noch einige neue hinzu.

Den Hugenotten wurden durch das Edikt in ganz Frankreich Toleranz, Gewissensfreiheit und örtlich begrenzte Kultfreiheit zugesagt. Es wurde ihnen gestattet, Kirchen zu bauen und in bestimmten Dörfern sowie in den Vororten der Städte Gottesdienste abzuhalten, außer in Bischofssitzen und Residenzstädten und innerhalb eines Radius von fünf Meilen um Paris. Adlige Hugenotten durften in ihren Häusern ebenfalls Gottesdienste abhalten. Den Hugenotten wurden die vollen Bürgerrechte zugestanden sowie das Recht, öffentliche Ämter zu bekleiden. Vier Universitäten bzw. Schulen (in Montauban, Montpellier, Sedan und Saumur) erhielten die Genehmigung, nach hugenottischen Grundsätzen geführt zu werden. Im Pariser Parlament wurde zum Schutz der Hugenotten eine besondere Kammer eingerichtet, der zehn Katholiken und sechs Protestanten angehörten und die man als Chambre de l’Edit (Kammer des Edikts) bezeichnete. Nach diesem Modell wurden auch in den Parlamenten der Provinzen entsprechende Kammern geschaffen. Um ihren Schutz zu gewährleisten, wurden den Hugenotten für acht Jahre etwa 100 Sicherheitsplätze (places de sûreté) überlassen.

Die Bestimmungen des Edikts von Nantes wurden selbst während der Regierungszeit Heinrichs IV. niemals vollständig eingehalten. Die politischen Klauseln wurden im Jahre 1629 von Kardinal Richelieu, dem leitenden Minister Königs Ludwig XIII., außer Kraft gesetzt. Unter Ludwig XIV. begann die Verfolgung der Hugenotten von neuem, besonders nach 1681. Als das Edikt vier Jahre später aufgehoben wurde, mussten Hunderttausende Hugenotten aus Frankreich in andere Länder fliehen."

An dieser Stelle sei auf die Gemeinschaft der Nachfahren hugenottischer "Asylbewerber" in Deutschland hingewiesen, die

Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V.
Hafenplatz 9a
34385 Bad Karlshafen
Tel. 05672-1433
Fax 05672-925072
E-Mail: info(at)hugenotten.de

http://www.hugenotten.de

An dem gleichen Ort ist ein Museum zu finden, welches die Geschichte der Hugenotten im deutschen Refuge (Zuflucht) zeigt:

Deutsches Hugenotten-Museum
Hafenplatz 9a
34385 Bad Karlshafen
Tel. 05672-1410
E-Mail: hugenottenmuseum(at)t-online.de

http://www.hugenottenmuseum.de

Öffnungszeiten siehe Homepage des Museums.

Literaturhinweis: Andrea Emmel: Das Deutsche Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen an der Weser, in: Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. (Hrsg.), Hugenotten (Der Deutsche Hugenott), 64. Jahrgang, Nr. 3 / 2000, S. 75 - 80.

Beide Einrichtungen befinden sich im 1989 eröffneten Deutschen Hugenotten-Zentrum, einer alten, umgebauten Tabakfabrik aus dem Jahre 1847.

 

(Stand: 14. Januar 2005)